In diesem Artikel
Das Programm in drei SätzenWie viel Zuschuss es gibtWer den Zuschuss bekommtWas gefördert wird und was nichtDer Ablauf in fünf SchrittenDie drei häufigsten FehlerFrist: Warum 2026 zähltBeratung und Umsetzung sauber trennenHäufige FragenFörderung prüfen lassenDas BAFA bezuschusst Beratungen für kleine und mittlere Unternehmen, auch für Handwerksbetriebe. Der Zuschuss deckt einen Teil des Beraterhonorars, nicht die Umsetzung danach. Der Antrag muss gestellt sein, bevor ein Beratungsvertrag unterschrieben wird.
Dieser Artikel fasst die Regeln zusammen, wie das BAFA sie auf seiner Programmseite beschreibt (Stand Oktober 2026). Er ersetzt keine verbindliche Auskunft. Maßgeblich sind die Förderrichtlinie und das Informationsschreiben, das Sie nach dem Antrag erhalten.
Das Programm in drei Sätzen
Das Bundesprogramm heißt offiziell „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“, früher „Förderung unternehmerischen Know-hows“. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Europäischen Sozialfonds Plus finanziert und vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abgewickelt. Gefördert werden Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung.
Für einen Handwerksbetrieb heißt das zum Beispiel: Wie organisiere ich Angebot, Auftrag und Rechnung so, dass weniger Büroarbeit am Abend liegen bleibt? Welche Abläufe lohnen sich zu digitalisieren, und in welcher Reihenfolge?
Wie viel Zuschuss es gibt
Der Zuschuss richtet sich nach dem Standort des Betriebs. Bezuschusst wird ein Anteil der Beratungskosten bis zu einer Obergrenze.
| Standort des Betriebs | Zuschuss | Höchstens |
|---|---|---|
| Alte Bundesländer, also auch Baden-Württemberg | 50 % der Beratungskosten | 1.750 € |
| Neue Bundesländer | 80 % der Beratungskosten | 2.800 € |
Für die Region Leipzig und die Region Lüneburg gelten abweichende Regeln. Beide Höchstbeträge ergeben sich aus förderfähigen Beratungskosten von bis zu 3.500 Euro. Ein Rechenbeispiel für einen Betrieb in Freiburg: Kostet die Beratung 3.500 Euro netto, erstattet das BAFA nach Abschluss 1.750 Euro. Den vollen Betrag zahlen Sie zunächst selbst.
Seit dem 15. November 2025 berechnet das BAFA den Zuschuss bei Unternehmen, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, auf den gezahlten Bruttobetrag. Für die meisten Handwerksbetriebe ändert sich nichts, weil sie die Umsatzsteuer ohnehin als Vorsteuer zurückholen.
Wer den Zuschuss bekommt
Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen nach EU-Definition mit Sitz und Geschäftsbetrieb in Deutschland. Ein typischer Handwerksbetrieb mit weniger als 250 Beschäftigten fällt darunter.
- Bestandsunternehmen können die Förderung direkt beantragen.
- Junge Unternehmen, die zum Zeitpunkt des Antrags noch nicht länger als ein Jahr am Markt sind, müssen zusätzlich ein Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner führen. Das geht frühestens drei Monate vor dem Antrag.
- Pro Unternehmen sind innerhalb der Richtlinie höchstens fünf abgeschlossene Beratungen förderfähig, davon nicht mehr als zwei pro Jahr.
Auch die Beraterin oder der Berater muss Voraussetzungen erfüllen. Ob das gewählte Beratungsunternehmen die nötige Beratereigenschaft hat, prüfen Leitstelle und BAFA nach Ihrem Antrag. Fragen Sie vor dem Antrag direkt danach.
Was gefördert wird und was nicht
An dieser Stelle entstehen die meisten Missverständnisse. Die BAFA-Förderung bezahlt Beratung: Analyse, Konzept, Handlungsempfehlungen, schriftlich festgehalten in einem Beratungsbericht.
| Wird bezuschusst | Wird nicht über dieses Programm bezuschusst |
|---|---|
| Analyse der Büro- und Auftragsabläufe | Kauf oder Miete von Software |
| Digitalisierungskonzept mit Prioritäten | Programmierung, Einrichtung, Automatisierung |
| Empfehlung, welche Abläufe zuerst dran sind | Hardware wie Tablets oder Rechner |
| Beratung zu Organisation und Personal | Laufende Betreuung und Wartung |
Wer also eine fertige Lösung erwartet, ist hier falsch. Wer erst einmal wissen will, was sich in seinem Betrieb lohnt, bekommt dafür einen spürbaren Teil der Kosten zurück. Für Investitionen in die Umsetzung kommen andere Programme infrage, etwa von Land oder Förderbanken. Welche gerade offen sind, ändert sich häufig.
Der Ablauf in fünf Schritten
- Berater auswählen. Klären Sie Inhalt, Umfang und Honorar. Unterschreiben Sie noch nichts.
- Antrag online stellen. Über die Antragsplattform des BAFA geben Sie Ihre Firmendaten ein und wählen eine Leitstelle, zum Beispiel die DIHK Service GmbH. Weitere Unterlagen brauchen Sie dafür nicht.
- Informationsschreiben abwarten. Leitstelle und BAFA prüfen die Voraussetzungen und schicken Ihnen ein unverbindliches Schreiben mit Bedingungen und Frist. Erst danach darf die Beratung beginnen.
- Beratung durchführen und bezahlen. Am Ende steht ein Beratungsbericht, den Sie und der Berater unterschreiben. Das Honorar zahlen Sie vollständig.
- Verwendungsnachweis einreichen. Spätestens sechs Monate nach dem Informationsschreiben laden Sie Formulare, Bericht, Rechnung und Kontoauszug bei der Leitstelle hoch. Nach der Prüfung zahlt das BAFA den Zuschuss aus.
Die drei häufigsten Fehler
1. Vertrag vor dem Informationsschreiben
Als Beginn der Beratung gilt schon der Abschluss des Beratungsvertrags. Wer unterschreibt, bevor das Informationsschreiben da ist, verliert den Anspruch. Auch eine Auftragsbestätigung per E-Mail kann als Vertrag zählen.
2. Honorar nicht vollständig bezahlt
Für die Auszahlung verlangt das BAFA einen Kontoauszug, der die vollständige Zahlung belegt. Ratenzahlung, die bei Fristende noch läuft, oder eine Verrechnung mit anderen Leistungen gefährden den Zuschuss.
3. Beratung und Umsetzung in einer Rechnung
Steht auf derselben Rechnung die Beratung und die Einrichtung einer Software, lässt sich der förderfähige Teil schwer abgrenzen. Getrennte Angebote und Rechnungen machen die Prüfung einfacher.
Erst Antrag, dann Informationsschreiben, dann Vertrag. In dieser Reihenfolge und in keiner anderen.
Frist: Warum 2026 zählt
Die aktuelle Förderrichtlinie gilt für Anträge seit dem 1. Januar 2023 und läuft bis zum 31. Dezember 2026. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Antragstellung. Ob und in welcher Form es danach weitergeht, hat das BAFA bisher nicht veröffentlicht.
Wer eine Beratung ohnehin plant, sollte den Antrag deshalb nicht in den Dezember schieben. Zwischen Antrag und Informationsschreiben vergeht Zeit, und die Beratung selbst braucht einige Wochen.
Beratung und Umsetzung sauber trennen
Viele Betriebe wollen am Ende nicht nur ein Konzept, sondern einen Ablauf, der funktioniert. Das ist kein Widerspruch zur Förderung, solange beide Teile getrennt bleiben: erst die Beratung mit eigenem Bericht und eigener Rechnung, danach die Entscheidung, ob und mit wem umgesetzt wird.
So bleibt die Beratung unabhängig, und Sie entscheiden über die Umsetzung erst, wenn Sie wissen, was sich lohnt. Wie so ein Ablauf aussehen kann, zeigt unser Ratgeber Workflow automatisieren.
Häufige Fragen
Bekomme ich den Zuschuss vor der Beratung?
Nein. Sie zahlen das Honorar vollständig, reichen danach den Verwendungsnachweis ein und erhalten den Zuschuss nach der Prüfung durch das BAFA.
Muss ich den Antrag selbst stellen?
Der Antrag läuft auf Ihr Unternehmen und wird online über die Plattform des BAFA gestellt. Ihr Berater kann Sie dabei begleiten, Antragsteller bleiben aber Sie.
Zählt Digitalisierung als Unternehmensberatung?
Beratung zur Organisation von Abläufen gehört zu den organisatorischen Fragen der Unternehmensführung, die das Programm nennt. Der Kauf oder die Einrichtung von Software selbst ist keine Beratung.
Was passiert nach dem 31. Dezember 2026?
Für Anträge danach gibt es derzeit keine veröffentlichte Richtlinie. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald das BAFA eine Nachfolgeregelung bekannt gibt.
Förderung prüfen lassen
(öffnet foerderung.de in neuem Tab)Flowcraft ist verifizierter Förderpartner von foerderung.de (öffnet in neuem Tab). Bevor Sie einen Ablauf in Ihrem Betrieb angehen, klären wir gemeinsam, ob und welche Förderung dafür infrage kommt, und zwar bevor etwas unterschrieben wird.
Bringen Sie zum Werkstatt-Termin mit, was Sie im Büro am meisten Zeit kostet. Daraus lässt sich besprechen, ob eine geförderte Beratung der richtige erste Schritt ist oder ob ein kleineres Gewerk reicht.
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Quelle: BAFA, Programmseite „Unternehmensberatung“, abgerufen am 2. Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich sind die Förderrichtlinie und das Informationsschreiben des BAFA.